„Brauchen wir einen Stapler oder reicht ein Hochhubwagen?“ – diese Frage hören wir fast jede Woche. Meist steckt dahinter eine zweite: neu kaufen oder gebraucht? Beide Fragen lassen sich nicht mit einem Prospekt beantworten, sondern nur mit ein paar Zahlen aus dem eigenen Betrieb: Gewicht der schwersten Palette, Höhe der obersten Traverse, Breite der Gänge, Art des Bodens und wie viele Paletten pro Stunde bewegt werden. In diesem Ratgeber zeigen wir, wie wir mit unseren Kunden zur richtigen Entscheidung kommen – mit Datenblattwerten aus unserem Sortiment, den Regeln, die in Deutschland gelten, und den Fehlern, die wir in der Praxis am häufigsten sehen.
Kurz zusammengefasst
- Ein Elektro-Hochhubwagen (Deichselstapler, Mitgänger) ist die richtige Wahl für kurze Wege, glatte Hallenböden, enge Gänge und überschaubare Umschlagleistung – etwa im Handel, in der Werkstatt oder im kleinen Lager.
- Ein Elektrostapler (Gegengewichtsstapler) gehört dorthin, wo Lkw entladen, längere Strecken gefahren, schwerere Lasten bewegt oder mehrere Stunden am Stück gestapelt werden.
- Tragfähigkeit gilt immer für einen Lastschwerpunkt und sinkt mit der Hubhöhe. Bei unseren HELI-Hochhubwagen bleiben von 1.200 kg in 3,0 m Höhe noch 750 kg übrig – das Traglastdiagramm entscheidet, nicht die Zahl im Modellnamen.
- Neu oder gebraucht ist vor allem eine Frage der Batterie, der Dokumentation und der Gewährleistung. Zwischen Unternehmen wird die Sachmängelhaftung bei Gebrauchtgeräten häufig ausgeschlossen.
- Wer fahren darf, regelt § 7 DGUV Vorschrift 68: Für Mitgänger-Geräte reichen Eignung und Unterweisung, für Stapler mit Fahrersitz braucht es Ausbildung, Befähigungsnachweis und schriftlichen Auftrag.
Hochhubwagen und Elektrostapler: der Unterschied in der Bauart
Im Alltag gehen die Begriffe durcheinander. Was der eine „Elektro-Stapler“ nennt, ist für den anderen ein „Ameise mit Mast“. Für die Auswahl ist eine saubere Unterscheidung wichtig, denn sie bestimmt, welche Lasten, Böden und Wege ein Gerät überhaupt bewältigen kann.
Ein Elektro-Hochhubwagen – auch Deichselstapler, Mitgänger-Hochhubwagen oder Elektro-Stapler genannt – wird vom Bediener zu Fuß an der Deichsel geführt. Die Last liegt zwischen bzw. über den Radarmen, die vorne unter die Gabeln reichen. Das Gerät braucht deshalb kein schweres Gegengewicht, ist schmal und leicht. Unsere HELI CDD15J wiegt mit Batterie 495 kg, ist 795 mm breit und fährt mit 4,0 km/h (mit Last) bzw. 4,2 km/h (ohne Last).
Ein Elektrostapler im engeren Sinn ist ein Gegengewichtsstapler mit Fahrersitz. Die Last hängt frei vor der Vorderachse, ausgeglichen durch Gegengewicht und Batterie im Heck. Dadurch kann er Paletten von jeder Seite aufnehmen, auch geschlossene Ladungsträger, Lkw von der Rampe aus be- und entladen und über längere Strecken fahren. Dafür ist er schwerer, breiter und braucht mehr Platz zum Wenden.
| Merkmal | Elektro-Hochhubwagen (Mitgänger) | Elektro-Dreiradstapler | Elektro-Vierradstapler | Schubmaststapler |
|---|---|---|---|---|
| Bedienung | Zu Fuß an der Deichsel | Fahrersitz | Fahrersitz | Fahrersitz oder -stand |
| Lastaufnahme | Über den Radarmen | Vor der Achse, Gegengewicht | Vor der Achse, Gegengewicht | Mast fährt zwischen den Radarmen vor |
| Typische Tragfähigkeit in unserem Sortiment | 1,2–1,5 t | 1,5–2,0 t | bis 7 t | 1,2–2,0 t |
| Typische Hubhöhe in unserem Sortiment | 2,5–4,0 m | je nach Mast | je nach Mast | 6,5–12,5 m |
| Außeneinsatz | Nein, nur glatte Hallenböden | Befestigte Flächen | Befestigte Flächen | Nein |
| Lkw-Be- und Entladung | Nur eingeschränkt | Ja | Ja | Nicht üblich |
| Beispiele im Katalog | CDD12J, CDD15J | CPD15SQ bis CPD20SQ | CPD50 G3, CPD70 | HELI CQD |
Werte laut Produktdatenblättern in unserem Katalog; Hubhöhen und Resttragfähigkeiten hängen vom gewählten Mast ab.
Ein Punkt, der beim Hochhubwagen oft erst im Lager auffällt: Radarm-Geräte nehmen Europaletten in der Regel nur von der Schmalseite (800 mm) auf, weil die Radarme zwischen den Bodenbrettern hindurch unter die Palette fahren müssen – genau wie beim Handhubwagen. Paletten mit geschlossenem Boden, Gitterboxen mit Füßen oder Sonderpaletten sollten Sie vor dem Kauf mit dem konkreten Gerät ausprobieren oder uns die Maße schicken. Ein Gegengewichtsstapler kennt dieses Problem nicht.
Welche Aufgaben welches Gerät löst
Wir fragen nicht zuerst nach dem Budget, sondern danach, was das Gerät jeden Tag tun soll. Aus der Praxis lassen sich die Einsatzfälle ziemlich klar trennen.
Ein Elektro-Hochhubwagen passt gut, wenn Paletten in einer Halle über kurze Strecken bewegt und in Regale bis etwa 4 m eingelagert werden; wenn Material an Montage- oder Kommissionierplätze gestellt wird; wenn die Gänge eng sind und ein Stapler nicht wenden kann; wenn pro Stunde nur einige Paletten bewegt werden; oder wenn ein vorhandener Stapler in Stoßzeiten entlastet werden soll. Typische Kunden sind Einzel- und Großhandel, Werkstätten, Druckereien, Lebensmittelhandwerk, Apotheken- und Ersatzteillager.
Ein Elektrostapler ist die bessere Wahl, wenn Lkw und Container be- und entladen werden, wenn zwischen Halle und Hof gefahren wird, wenn die Lasten 1,5 t übersteigen, wenn mehrere Stunden am Stück umgeschlagen wird oder wenn Paletten von der Längsseite und geschlossene Ladungsträger aufgenommen werden müssen. Für Regale über 6 m Höhe ist dagegen ein Schubmaststapler die richtige Bauart, für Schotter und Baustelle ein Allrad-Geländestapler.
| Aufgabe im Betrieb | Hochhubwagen | Elektrostapler | Unsere Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Wareneingang mit Lkw-Entladung an der Rampe | eingeschränkt | sehr gut | Elektro-Vierradstapler 2–3,5 t |
| Kommissionierplätze und Montage versorgen | sehr gut | gut | Hochhubwagen 1,2–1,5 t |
| Kleines Regallager bis ca. 4 m, wenig Umschlag | sehr gut | gut | Hochhubwagen |
| Enge Gänge um 2,0–2,3 m | sehr gut | nicht möglich | Hochhubwagen |
| Halle und befestigter Hof im Wechsel | ungeeignet | sehr gut | Elektrostapler mit passender Bereifung |
| Lasten über 1,5 t | ungeeignet | sehr gut | Elektrostapler bis 7 t |
| Mehrschichtbetrieb mit hohem Umschlag | ungeeignet | sehr gut | Li-Ion-Stapler mit Zwischenladung |
| Regale über 6 m | ungeeignet | eingeschränkt | Schubmaststapler |
| Kühl- und Tiefkühllager | nur mit Kälteausführung | mit Kälteausführung | Kühlhausstapler |
Viele Betriebe fahren am besten mit beidem: Ein Elektrostapler übernimmt Wareneingang und Hof, ein oder zwei Hochhubwagen versorgen Regale und Arbeitsplätze. Das ist oft günstiger und flexibler als ein zweiter Stapler.
Tragfähigkeit richtig wählen
Die Zahl im Modellnamen ist die Nenntragfähigkeit. Sie gilt für einen bestimmten Lastschwerpunkt – den Abstand vom Gabelrücken bis zur Mitte der Last. Bei Gegengewichtsstaplern zwischen 1 und 5 t sind 500 mm üblich, bei unseren HELI-Hochhubwagen sind es 600 mm, beim HELI CPD50 G3 ebenfalls 600 mm. Liegt der Schwerpunkt weiter vorne, etwa bei langen oder unförmigen Lasten, sinkt die zulässige Last.
Noch wichtiger ist die Resttragfähigkeit in der obersten Ebene. Mit jedem Meter Hubhöhe nimmt die zulässige Last ab. Die Datenblätter unserer Hochhubwagen zeigen, wie deutlich der Unterschied ist:
| Modell | Nenntragfähigkeit | Hubhöhe | Resttragfähigkeit oben |
|---|---|---|---|
| CDD12J-Li | 1.200 kg | 2,5 m | 900 kg |
| CDD12J-Li | 1.200 kg | 3,0 m | 750 kg |
| CDD12J-Li | 1.200 kg | 3,5 m | 600 kg |
| CDD15J | 1.500 kg | 3,0 m | 900 kg |
Lastschwerpunkt 600 mm. Werte für 3,3 m und 4,0 m Hubhöhe nennen wir auf Anfrage aus dem Traglastdiagramm.
Die Konsequenz für die Auswahl: Wer Paletten mit 800 kg in 3 m Höhe einlagert, ist mit einem CDD12J an der Grenze und mit einem CDD15J auf der sicheren Seite. Wer regelmäßig 1.000 kg und mehr nach oben bringen muss, gehört zum Gegengewichts- oder Schubmaststapler. Wir planen so, dass die schwerste Palette in der höchsten Ebene mit Reserve unter der Resttragfähigkeit liegt – nicht die durchschnittliche Palette. Ein Seitenschieber oder ein anderes Anbaugerät am Stapler kostet zusätzlich Tragfähigkeit, weil es Eigengewicht mitbringt und den Schwerpunkt nach vorne verschiebt.
| Schwerste Ladeeinheit | Einlagerung | Sinnvolle Wahl |
|---|---|---|
| bis ca. 600 kg | bis 3,5 m | Hochhubwagen 1,2 t |
| bis ca. 900 kg | bis 3,0 m | Hochhubwagen 1,5 t |
| bis ca. 1.200 kg | Boden bis mittlere Höhe, Lkw | Elektro-Dreirad- oder Vierradstapler 1,5–2,5 t |
| bis ca. 2.000 kg | Lkw, Halle, Hof | Elektro-Vierradstapler 3–3,5 t |
| über 3.000 kg | Maschinen, Stahl, Langgut | Elektro-Vierradstapler 5–7 t, Diesel bis 10 t |
Die Tabelle ersetzt keine Prüfung am Traglastdiagramm des konkreten Geräts.
Ausführlich zu Lastschwerpunkt, Resttragfähigkeit und Regalplanung beim Mitgänger-Gerät schreiben wir im Ratgeber Hochhubwagen richtig auswählen.
Hubhöhe, Bauhöhe und Freihub
Drei Maße werden beim Kauf gerne verwechselt, und jedes hat seine eigene Grenze im Betrieb:
- Hubhöhe – die Höhe der Gabeloberkante bei ausgefahrenem Mast. Sie muss über der obersten Traverse liegen, mit Reserve, damit die Palette über die Traverse gehoben werden kann. Wir rechnen mindestens 100 mm.
- Bauhöhe – die Höhe bei eingefahrenem Mast. Sie entscheidet, ob das Gerät durch Tore, unter Decken, Sprinklerleitungen oder in Container passt. Der CDD15J mit 3,0 m Hubhöhe hat eine Bauhöhe von 1.995 mm. Die Türöffnung eines 20-Fuß-Standardcontainers ist rund 2.280 mm hoch.
- Freihub – wie weit die Gabeln heben, bevor der Mast über die Bauhöhe hinauswächst. Wichtig für Container, Lkw-Auflieger und niedrige Räume.
Für die Hubhöhe gilt bei beiden Gerätetypen: Mehr ist nicht automatisch besser. Ein höherer Mast bedeutet weniger Resttragfähigkeit oben, mehr Bauhöhe und beim Mitgänger-Gerät mehr Aufmerksamkeit des Bedieners, der die Last in großer Höhe vom Boden aus einschätzen muss. Bei unseren Hochhubwagen reicht die Spanne von 2,5 m über 3,3 m bis 4,0 m. Darüber beginnt das Feld der Schubmaststapler wie der HELI CQD12 mit 6,5 m und mehr.
| Oberste Traverse | Benötigte Hubhöhe (mit Reserve) | Geeignetes Gerät |
|---|---|---|
| bis 2,4 m | 2,5 m | Hochhubwagen CDD12J 2,5 m |
| bis 2,9 m | 3,0 m | Hochhubwagen CDD12J / CDD15J 3,0 m |
| bis 3,4 m | 3,5 m | Hochhubwagen CDD12J 3,5 m (Resttragfähigkeit 600 kg beachten) |
| bis 3,9 m | 4,0 m | Hochhubwagen 4,0 m oder Elektrostapler |
| 6 m und höher | ab 6,5 m | Schubmaststapler |
Platzbedarf: Arbeitsgang und Verkehrswege
Ob ein Gerät in Ihr Lager passt, entscheidet die Arbeitsgangbreite (Ast) – die Gangbreite, in der das Gerät mit Last um 90 Grad ins Regal einschwenken kann. Hier liegt der größte Vorteil des Hochhubwagens. Laut Datenblatt braucht der CDD15J mit einer Palette 800 × 1.200 mm längs einen Arbeitsgang von 2.040 mm, der CDD12J-Li in 3,0-m-Ausführung 2.185 mm.
Ein Vierrad-Gegengewichtsstapler braucht deutlich mehr. Die übliche Faustformel lautet Ast = Wa + x + l6 + a: Wenderadius plus Abstand Vorderachse–Gabelrücken plus Lastlänge plus 200 mm Sicherheitsabstand. Mit Beispielwerten von 2.000 mm Wenderadius, 450 mm Abstand und 1.200 mm Palettenlänge kommt man auf rund 3.850 mm. Die echten Werte stehen im Typenblatt des jeweiligen Geräts. Dreiradstapler liegen dazwischen; der HELI CPD15SQ hat einen Wenderadius von 1.545 mm.
Neben den Regalgängen zählen die Verkehrswege. Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.8 (Ausgabe März 2022) berechnet die Mindestbreite von Wegen für den Fahrzeugverkehr aus der größten Breite des Fahrzeugs oder der Ladung plus Randzuschlag und – bei Gegenverkehr – Begegnungszuschlag. Der Randzuschlag beträgt bei Geschwindigkeiten unter 20 km/h je Seite 0,50 m, bei gemeinsamem Fußgänger- und Fahrzeugverkehr 0,75 m; der Begegnungszuschlag 0,40 m. Für eine quer transportierte Europalette (1,20 m) ergibt das auf einem einspurigen Weg mit Fußgängerverkehr mindestens 2,70 m. Für manuell zu bewegende Flurförderzeuge legt die ASR die Zuschläge nicht in einer Tabelle fest, sondern verweist auf die Gefährdungsbeurteilung.
| Gerät | Breite | Wenderadius | Arbeitsgang Palette längs |
|---|---|---|---|
| HELI CDD15J (Hochhubwagen) | 795 mm | 1.342 mm | 2.040 mm |
| HELI CDD12J-Li 3,0 m (Hochhubwagen) | 795 mm | 1.405 mm | 2.185 mm |
| HELI CPD15SQ (Dreiradstapler) | laut Datenblatt | 1.545 mm | auf Anfrage |
| Vierrad-Stapler (Rechenbeispiel) | – | 2.000 mm | ca. 3.850 mm |
Batterie und Laden
Beim Elektrogerät kaufen Sie die Batterie mit – und sie bestimmt, wie das Gerät in Ihren Tag passt. Hochhubwagen arbeiten mit kleinen 24-Volt-Systemen. Der CDD15J hat zwei wartungsfreie 12-V-Batterien mit je 100 Ah, der CDD12J-Li eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 24 V und 60 Ah. Für einige Stunden Einsatz am Tag in einer Schicht reicht das, über Nacht wird geladen.
Gegengewichtsstapler laufen in unserem Sortiment mit 80 V und Lithium-Ionen-Technik. Für den HELI CPD50 G3 nennt das Datenblatt 2–3 Stunden Ladezeit für 6–8 Stunden Betrieb und einen Einsatzbereich von −25 °C bis +55 °C. Lithium-Ionen-Batterien vertragen Zwischenladen in Pausen, brauchen kein Wassernachfüllen und gasen beim Laden nicht wie Blei-Säure-Batterien. Wie sich das in Euro pro Betriebsstunde auswirkt, rechnen wir im Betriebskostenvergleich Diesel vs. Elektro vor.
Ein Termin, den Sie bei Neugeräten kennen sollten: Nach der EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 brauchen Industriebatterien mit mehr als 2 kWh ab dem 18. Februar 2027 einen digitalen Batteriepass. Das betrifft Batterien, die ab diesem Datum in Verkehr gebracht werden, und vor allem die großen Traktionsbatterien von Staplern.
Neu oder gebraucht: Vor- und Nachteile
Die ehrliche Antwort auf diese Frage hängt weniger vom Gerät ab als von drei Dingen: dem Zustand der Batterie, der Dokumentation und der Frage, wer für Mängel einsteht. Ein gebrauchter Stapler mit gepflegter, dokumentierter Batterie kann eine sehr gute Investition sein. Ein billiger Gebrauchter mit einer Batterie am Ende ihrer Lebensdauer ist es fast nie, denn eine neue Traktionsbatterie kostet je nach Größe mehrere tausend Euro.
| Kriterium | Neugerät | Gebrauchtgerät |
|---|---|---|
| Anschaffungspreis | höher | niedriger, stark abhängig von Batterie und Betriebsstunden |
| Verfügbarkeit | Hochhubwagen bei uns ab Lager; Stapler mit Lieferzeit, z. B. CPD15SQ ca. 16 Wochen | oft sofort |
| Batterie | neu, meist Lithium-Ionen | Zustand prüfen – größter Kostenfaktor |
| Sachmängelhaftung | gesetzlich, dazu ggf. Herstellergarantie | zwischen Unternehmen häufig vertraglich ausgeschlossen |
| Technik und Dokumente | aktueller Stand, Betriebsanleitung, Konformitätserklärung | Stand des Baujahrs, Unterlagen teils unvollständig |
| Abschreibung | degressiv bis 30 % bei Anschaffung 01.07.2025–31.12.2027 | degressiv ebenfalls möglich, Restnutzungsdauer wird geschätzt |
| Planbarkeit der Kosten | hoch | mittel, Reparaturrisiko einrechnen |
Was beim Gebrauchtkauf rechtlich zählt. Beim Kauf zwischen Unternehmen kann die Sachmängelhaftung vertraglich ausgeschlossen werden – „gekauft wie gesehen“ ist im Gebrauchtmaschinenhandel üblich. Auf einen solchen Ausschluss kann sich der Verkäufer nach § 444 BGB aber nicht berufen, soweit er einen Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit übernommen hat. Ist der Kauf für beide Seiten ein Handelsgeschäft, gilt außerdem § 377 HGB: Sie müssen das Gerät nach der Lieferung unverzüglich untersuchen und erkennbare Mängel unverzüglich rügen. Wer das versäumt, verliert seine Rechte wegen dieser Mängel. Lassen Sie sich deshalb zugesicherte Eigenschaften – Betriebsstunden, Batteriezustand, letzte Prüfung – schriftlich bestätigen und prüfen Sie das Gerät bei Übergabe.
| Bauteil / Dokument | Was prüfen | Warnsignal |
|---|---|---|
| Batterie | Typ, Baujahr, Prüf- oder Entladeprotokoll, Spannung unter Last | kein Protokoll, starker Spannungseinbruch, korrodierte Pole |
| Ladegerät | passend zur Batterie, funktionsfähig | fremdes oder fehlendes Ladegerät |
| Hubmast und Ketten | gleichmäßiger Lauf, keine Ölspuren an Zylindern | Ruckeln, Schleifgeräusche, nasse Zylinder |
| Gabelzinken | gerade, keine Risse, Dicke am Knick | Verschleiß von 10 % der ursprünglichen Dicke |
| Räder und Radarme | Lauf- und Lasträder, Lager, Bremse | Ausbrüche an Polyurethan-Rädern, Spiel in Lagern |
| Typenschild, Konformitätserklärung | Seriennummer stimmt mit Papieren überein | Typenschild fehlt |
| Traglastdiagramm | am Gerät lesbar, passt zu Mast und Anbaugerät | fehlt oder passt nicht |
| Letzte wiederkehrende Prüfung | Prüfbericht nicht älter als ein Jahr | keine Plakette, kein Bericht |
Für die Steuer gilt: Gabelstapler werden nach der amtlichen AfA-Tabelle über acht Jahre abgeschrieben. Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027 angeschafft werden, ist die degressive Abschreibung mit bis zu 30 % pro Jahr möglich – für neue wie für gebrauchte Geräte. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Elektrostapler 2026: Steuervorteile, Abschreibung und Förderung, Finanzierungsformen im Beitrag Gabelstapler-Leasing. Sprechen Sie die konkrete Gestaltung mit Ihrem Steuerberater ab.
Wer darf fahren – und was nach dem Kauf Pflicht ist
Hier liegt einer der praktischen Vorteile des Hochhubwagens. Nach § 7 Abs. 2 der DGUV Vorschrift 68 „Flurförderzeuge“ dürfen Mitgänger-Flurförderzeuge von Personen gesteuert werden, die dafür geeignet und in der Handhabung unterwiesen sind. Einen Staplerschein im Sinne einer Fahrerausbildung verlangt die Vorschrift dafür nicht. Anders bei Geräten mit Fahrersitz oder Fahrerstand: Hier verlangt § 7 Abs. 1 ein Mindestalter von 18 Jahren, Eignung, Ausbildung, einen Nachweis der Befähigung und einen schriftlichen Auftrag des Unternehmers. Hat ein Hochhubwagen eine Standplattform und fährt er schneller als 6 km/h, wird er wie ein Gerät mit Fahrerstand behandelt. Unsere CDD-Modelle ohne Plattform fahren laut Datenblatt höchstens 4,2 km/h.
| Pflicht | Hochhubwagen (Mitgänger) | Elektrostapler (Fahrersitz) | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Anforderungen an den Bediener | geeignet und unterwiesen | 18 Jahre, geeignet, ausgebildet, Befähigung nachgewiesen, schriftlich beauftragt | DGUV Vorschrift 68, § 7 |
| Ausbildungsinhalte | Unterweisung am Gerät | Theorie, Praxis, Prüfung | DGUV Grundsatz 308-001 |
| Wiederkehrende Prüfung | längstens jährlich durch einen Sachkundigen | längstens jährlich durch einen Sachkundigen | DGUV Vorschrift 68, § 37 |
| Gefährdungsbeurteilung | vor der ersten Verwendung | vor der ersten Verwendung | BetrSichV, ArbSchG |
| Unterweisung | regelmäßig, mindestens jährlich | regelmäßig, mindestens jährlich | § 12 ArbSchG, § 4 DGUV Vorschrift 1 |
| Verkehrswege | Zuschläge nach Gefährdungsbeurteilung | Rand- und Begegnungszuschläge | ASR A1.8 |
Für neue Maschinen gilt ab dem 20. Januar 2027 die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230; sie löst die Maschinenrichtlinie ab. Für Sie als Käufer ändert sich vor allem die Form der Unterlagen. Was zu Ausbildung, Prüfung und Zulassung im Detail gilt, steht in unseren Beiträgen Staplerschein, Gefährdungsbeurteilung Gabelstapler und Braucht ein Gabelstapler TÜV?.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Wir empfehlen drei Zahlen nebeneinander: Anschaffung inklusive Batterie und Ladegerät, laufende Kosten pro Jahr bei Ihrer Stundenzahl und den Restwert nach fünf bis acht Jahren. Zur Orientierung aus unserem Katalog: Der Elektro-Vierradstapler HELI CPD50 G3 mit 5 t steht mit 41.140 € netto im Katalog, der HELI CPD70 mit 7 t mit 76.000 € netto. Hochhubwagen liegen deutlich darunter; die Preise für die CDD-Modelle nennen wir auf Anfrage.
Bei den Betriebskosten liegt Elektro klar vorn. In unserer Vergleichsrechnung für die 2- bis 3,5-t-Klasse kosteten Energie und Wartung beim Elektrostapler 1,89 bis 2,40 € pro Betriebsstunde, beim Diesel 8,98 € – ohne Abschreibung. Beim Hochhubwagen sind Energie- und Wartungsaufwand wegen der kleinen Batterie und der einfachen Technik noch geringer. Was zu welcher Betriebsstunde gewartet wird, zeigen wir im Ratgeber Wartungskit und Wartungsintervalle; für Hochhubwagen gibt es ein eigenes Wartungskit.
| Kostenblock | Hochhubwagen | Elektrostapler |
|---|---|---|
| Anschaffung | niedrig | mittel bis hoch, je nach Tragfähigkeit |
| Energie | sehr gering (24-V-System) | gering (80-V-Li-Ion) |
| Wartung | gering | gering bis mittel |
| Bediener | Unterweisung | Ausbildung und schriftlicher Auftrag |
| Bauliche Anforderungen | schmale Gänge möglich | breitere Gänge, Ladeplatz |
| Restwert | abhängig von Batterie und Zustand | abhängig von Batterie, Stunden und Marke |
Entscheidungshilfe in sechs Fragen
Wenn Sie die folgenden Fragen beantworten, ist die Entscheidung in den meisten Fällen schon gefallen:
- Wie schwer ist die schwerste Ladeeinheit, und in welche Höhe muss sie? Über 900 kg in 3 m Höhe: Stapler. Darunter: Hochhubwagen möglich.
- Werden Lkw oder Container be- und entladen? Wenn ja: Elektrostapler.
- Wie breit sind die Gänge? Unter etwa 3,5 m wird es für Vierrad-Stapler eng, um 2,0–2,3 m arbeitet ein Hochhubwagen.
- Wie sieht der Boden aus? Bei 26 mm Bodenfreiheit eines Hochhubwagens sind Schwellen, Rinnen und Pflaster Grenzen. Draußen fährt der Stapler.
- Wie viele Paletten pro Stunde, wie viele Stunden pro Tag? Viel Umschlag über viele Stunden spricht für den Fahrerstapler – auch aus Sicht der Ergonomie.
- Welche Ladungsträger? Europaletten nur von der Schmalseite, Gitterboxen, geschlossene Böden? Radarme vorher prüfen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Hochhubwagen und Elektrostapler?
Der Hochhubwagen wird zu Fuß geführt und trägt die Last über Radarmen, der Elektrostapler hat einen Fahrersitz und trägt die Last vor der Achse, ausgeglichen durch ein Gegengewicht. Daraus folgen Unterschiede bei Tragfähigkeit, Platzbedarf, Boden und Bedienerqualifikation.
Brauche ich für einen Hochhubwagen einen Staplerschein?
Für Mitgänger-Geräte verlangt § 7 Abs. 2 DGUV Vorschrift 68 Eignung und Unterweisung, keine Fahrerausbildung. Hat das Gerät eine Standplattform und fährt schneller als 6 km/h, gelten die Anforderungen wie beim Stapler.
Welche Tragfähigkeit brauche ich?
Maßgeblich ist die schwerste Ladeeinheit in der höchsten Ebene. Prüfen Sie die Resttragfähigkeit im Traglastdiagramm. Beim HELI CDD12J-Li sind es 750 kg bei 3,0 m, beim CDD15J 900 kg bei 3,0 m.
Kann ein Hochhubwagen Lkw entladen?
Nur eingeschränkt. Die geringe Bodenfreiheit, die Steigfähigkeit von wenigen Prozent und die Radarme machen Rampen und Überladebrücken schwierig. Für regelmäßige Lkw-Entladung empfehlen wir einen Elektrostapler.
Lohnt sich ein gebrauchter Stapler?
Ja, wenn Batterie, Ladegerät, Mast und Prüfnachweis in Ordnung sind und der Preis den Zustand widerspiegelt. Lassen Sie sich zugesicherte Eigenschaften schriftlich bestätigen und prüfen Sie das Gerät nach Lieferung sofort.
Wie oft muss das Gerät geprüft werden?
Nach § 37 DGUV Vorschrift 68 in Abständen von längstens einem Jahr durch einen Sachkundigen – für Hochhubwagen genauso wie für Stapler. Das Ergebnis wird dokumentiert.
Wir prüfen Ihren Einsatzfall
Schicken Sie uns Gewicht und Maße Ihrer schwersten Ladeeinheit, die Höhe der obersten Traverse, die Gangbreite und die Bodenart. Wir prüfen anhand der Herstellerdaten, ob ein Hochhubwagen reicht oder ein Elektrostapler nötig ist, und schicken Ihnen ein Angebot. Alle Preise netto, zzgl. USt.
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Quellen und Rechtsgrundlagen
- DGUV Vorschrift 68 „Flurförderzeuge“, §§ 7, 37 (BGN)
- ASR A1.8 „Verkehrswege“, Ausgabe März 2022, Abschnitt 4.3
- § 444 BGB – Haftungsausschluss
- § 377 HGB – Untersuchungs- und Rügepflicht
- § 7 EStG – Absetzung für Abnutzung
- EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 – Batteriepass (TÜV SÜD)
- Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (IHK Halle-Dessau)
- Arbeitsgangbreite Gegengewichtsstapler (Toyota Material Handling)
- Produktdatenblätter HELI CDD12J-Li, CDD15J, CPD15SQ, CPD50 G3 – auf den jeweiligen Produktseiten bei BOKODER
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Rechtsstand Oktober 2026 wieder und dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Arbeitsschutzberatung im Einzelfall. Technische Werte stammen aus den Herstellerdatenblättern; maßgeblich sind Typenschild, Traglastdiagramm und Betriebsanleitung des konkreten Geräts.